Seit jehher geht es um den Löwen
Die Badenhäuser Schützengesellschaft kann auf eine mehr als 400jährige Tradition zurück
blicken. damit ist aber auch die Geschichte um die Schützenkette verbunden, die der
jeweilige Bestmann als äußeres Zeichen dafür, das er den besten "besten Schuss" abgegeben
hat, für die Dauer vondrei Jahren tragen darf. Die Geschichte geht auf das Jahr 1599 zurück.
Das Hauptstück der Schützenkette ist der
"Silberne Löwe" (Bild rechts). Die Schützenkette
stammt nachweislich aus dem Jahr 1664 und
ist eine Nachbildung des im Dreißigjährigen
 Krieg verloren gegangenen Originals. 1757
ließ ihn der "Kommunionssägemüller"
Joh. Friedrich Liesmann mit einem silbernen
Kreuz umrahmen. Ein zum Löwen gehörendes
Schild trägt das Wappen der Herzogin
Elisabeth von Braunschweig, einer geborenen
von Stollberg. Es zeigt einen Hirsch und zwei
Fische. Auf der Rückseite ist zu lesen:
"Diesen Löwen haben die Gemeinde in
Badenhausen, Ober und Neuhütte machen Lasen
Anno 1664. Dazu hat Harm Müchen, der Krüger,
einen Taler geben. - Schützenmeister Harmen
Zwicker und Heinrich Römermann."
Im Verlauf der Zeit, setzte der Löwe "Patina"
an. Der Osteroder Goldschmied Nobel verhalf ihm
jedoch zu seiner füheren Herrlichkeit, in dem
er ihn "sott und poulierte".
Im 18. Jahrhundert wurde es Sitte, dem Löwen
Silberschilder anzuhängen., die den Namen
der jeweiligen "Bestmänner" der Nachwelt erhalten
sollten.
Das Jahr 1768 trägt zum Beispiel den Namen
"Ernst Römermann". Auf dem Schild ist ein mit vier
Pferden bespannter Ackerwagen sowie ein Bauer
mit langem Rock und Dreispitz zu sehen, der die Tiere antreibt. Das Dopplegespann soll wohl anzeigen
das der glückliche Schütze "Ackermann" war.
 
Im Jahr 1769 trägt das Schild die Aufschrift "C. Roth, Communion Hamer Schmitt".
Abgebildet ist einSchmied mit Schurzfell und großen rundem Hut am Amboß.
 Der Eintrag "A. J. Mügge" steht auf dem Schild von 1781. Das Bild dazu zeigt einen Pflug
und zwei Häuser. Die Schilder der nachfolgenden Jahre enthalten oft auch Hinweise auf den
jeweiligen Beruf des Bestmanns, so zum Beispiel zeigt das Schild von 1840 des Bestmannes
Gottfried Wiese die Symbole Hobel, Winkel und Zirkel.
Den Schildern ist zu entnehmen, dass der Bestmann mehr oder weniger regelmäßig ausgeschossen wurde.
Es gibt auch Hinweise darüber, dass es manchem Schützen aus finanziellen Gründen nicht möglich war,
ein Schild anzuschaffen.
Während des Zweiten Weltkrieges fand kein "Löwenschießen" statt.
Die Schützenkette wurde zur Sicherheit im Tresor des Fabrikbesitzers Hans Roddewig aufbewahrt. 1945
aber wurde der Panzerschrank aufgebrochen. dabei wurden einige der Schilder so stark beschädigt, dass
die Gravierung heute leider nur noch schwer lesbar ist.
 
Schützen auf dem Löwen(Quelle: msh & W.Reißner)
1768 Ernst Römermann
1769 C. Roth
1781 A.J. Mügge
1787 J.Z. Vollbrecht
1794 Joh. Christ. Friedrich Wecke
1795 J.G.J. Liesmann
1803 J.A.Böhleke
1810 Johann Andreas Hoffmann
1816 I.L. Gremse
1817? zahl fehlt Simon Heinrich Römermann
1818 C.M. (Conrad Mackensen?)
1824 M.C. Mäver
1830 H.A. Keidel & Chr. Fr. Schütte
1840 Gottfried Wiese
1851 W.Römmermann
1858 W.Geffers
1868 Erinnerung an Gottlieb Gremse von seinem Sohne Christian Gremse, Philadelphia N.A. (Nordamerika)
1872 Z. Römermann
1875 August Roddewig
1884 Louis Hesse
1886 Kreisdirector Lerche in Gandersheim durch H. Lautenbach
1897 Willi Klapprodt
1900 Gottfried Oppermann
1903 Wilhelm Fedder
1905 August Diekmann
1908 Wilh. Berner
1911 Fritz Beulshausen
1914 Ludwig Apel
1926 W.Wickmann
1929 W. Spillner
1935 August Oppermann
1939 Robert Weber
1952 H. Lautenbach
1955 G. Siebentopp
1958 S. Haase
1961 M. Armbrecht
1964 F. Apel
1967 E. Schütte
1970 B. Bock
1973 H. Feuerriegel
1976 H. Zander
1979 K.-H. Schrader
1982 W. Lagershausen
1985 J. Hummel
1988 C. Wiese
1991 M. Sekulla
1994 K.-H. Weineck
1997 W. Sonnenburg
2000 H. Wiese
2003 A. Behrens
2006 U. Pförtner
 
Es ist schon eine Ehre, sich mit einem Silberschild am Löwen "verewigen" zu können.
Für die Badenhäuser Männer ist es deshalb eine Selbstverständlichkeit beim
Bestmannschießen " voll drauf zu halten" um die beste "10" zu schießen und somit
"Bestmann" zu werden. (Quelle: sab.)
 
Der "Löwe" wir von Samstag bis Montag im Schützenhaus mit dem KK-Gewehr
auf 50m ausgeschossen.Es zählt die beste Zehn die in den drei
Tagen des Schützenfestes erzielt wurde.Nach jedem Preisschießen wird der
jeweilige Tagesbestmann der "Löwe" umgehängt und durch ein Ehrengeleit nach
Hause geführt. Sollte der Tagesbestmann nicht durch einen neuen Tagesbestmann
 mit einer besseren Zehn "abgeschossen" werden, wird der Bestmann des Vortages
 wieder nach Hause geleitet.
Am Montag wird im Festzelt der Schütze der besten Zehn als "Bestmann" proklamiert.
Jeder männliche Einwohner, der das 18. Lebensjahr erreicht hat und den Aufsatz
 bezahlt hat, kann an dem Preisschiessen teilnehmen. Allerdings nur einmal an
einem der jeweiligen Preisschießen des Schützenfests.